IMG_7029_black

Print is Dead

Was im Titel sehr hart klingt wird mit jedem Tag mehr zur Gewissheit, selbst wenn das einem Designer – den Papier mit seiner Haptik, seinem Klang und seiner unkomplizierten Handhabung fasziniert – fast das Herz bricht.

Gedrucktes wird immer mehr zum «besonderen» Element in der Kommunikation. Für alltägliches findet es aber zunehmend weniger Akzeptanz. Vor allem in technologieaffinen Bereichen schreitet die Digitalisierung schnell voran. So haben kürzlich zwei grundsätzlich unterschiedliche Institutionen das Ende Ihrer Printpublikationen verkündet. So stellte zum Beispiel die IDG Tech Media GmbH die Print-Version der Zeitschrift «Macwelt» mit der September-Ausgabe ein. Damit transformiert sie sich neu – wie schon einige andere Titel in diesem Bereich – zu einem rein digitalen Angebot. Dies nicht zuletzt um gegen die vielen, mittlerweile extrem einflussreichen TechSites bestehen zu können.

Aus einem ganz anderen, und vielleicht eher überraschenden Bereich, kam ebenfalls kürzlich die Meldung über das Ende der Print-Ausgabe. Der Bund stellt bis spätestens Mitte 2017 die Print-Publikation des Schweizerischen Handelsamtsblattes ein. So verlagert das Staatssekretariat für Wirtschaft das SHAB auf eine neue Internetplattform. Doch die Gründe sind nachvollziehbar. Wurden 1998 noch 22’000 Exemplare gedruckt, so sind es aktuell gerade einmal noch 4’000 Exemplare. Dem gegenüber stehen 60’000 Anfragen die pro Tag auf der Internet-Version des SHAB eingehen.

Ob die digitale Transformationen von Zeitungen, Magazinen etc. immer die bessere Wahl sind hängt stark von den Gewohnheiten der Leserschaft ab, jedoch zeigt sich dass die Akzeptanz für diesen Wandel zunehmend wächst. Die permanente Verfügbarkeit auf Geräten die man sowieso bei sich trägt dürfte dabei die grösste treibende Kraft sein. Man sollte seine Kommunikation aber in jedem Fall auf die sich ändernden Marktbedürfnisse hin überprüfen und ggf. optimieren – und wenn sinnvoll das gedruckte Medium als wertiges Element in der eigenen Kommunikation bewahren.

author_christian_woelk

Christian Woelk, Communication Designer
Fühlt sich im Code genauso wohl wie im Design, freut sich über jedes neue digitale Gadget. Liebt die optimale Verschmelzung von Technologie, Prozess und Design. Mehr

Weitere Fragen oder interessiert das Thema zu vertiefen:
hallo@adicto.com oder +41 71 228 29 99

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.